Wer hätte vor zweieinhalb Jahren schon gedacht, dass es soweit kommen würde? Im April 2003 erschien die erste Ausgabe des ROB vor dem 96-Spiel in Wolfsburg – und der Verfasser stellte das Unternehmen trotz der anschließenden 0:1-Niederlage dennoch nicht gleich wieder ein. Zu Recht, wie sich knapp zwei Jahre später herausstellte, als die Roten das erste Mal an der Aller ohne ROBs persönliche Anwesenheit verloren. Nun spielt 96 zwar nicht wieder gegen WOB, aber der Kreis schließt sich auf andere Art und Weise: das Jubiläum der 96. Ausgabe steht an! Da stellt sich dann schon mal die Frage, wie lange der Wahnsinn noch weitergehen soll, und konsequenter Weise kann die Antwort für eine 96-Kolumne dann nur heißen: gar nicht mehr! Oder um es mit Edi Finger, dem österreichischen Reporter beim berühmten "3:2 von Cordoba" zu sagen: "Ähndee! Schluuss! Oooohhs! Vorbäääh!
Wenn, wie beim Spiel in Hamburg, wieder mal in der Schlussphase um das Gegentor gebettelt wird. Wenn die Hamburger am Ende frischer als die Roten wirken, obwohl die kein UI-Cup-Finale bestritten haben. Wenn, wenn, wenn, dann glaubt man, das alles schon mal erzählt zu haben oder meint, es vielleicht schon mal getan zu haben.
Man kann sich natürlich ausmalen, wie bei unserer aktuellen Verletztenmisere sich eine Teilnahme am UEFA-Cup wegen des Triumphs in einer Fairplay-Wertung ausgewirkt hätte. Auswechseln tun wir jedenfalls schon lange nicht mehr, wahrscheinlich auch deshalb, weil Ewald damit indirekt zum Ausdruck bringen will, dass er ja keinen adäquaten Mann auf der Bank hat, weil ihm sein Wunsch nach Neuverpflichtungen nicht erfüllt wurde. Der gerade erst genesene Cherundolo wird da schon zum Hoffnungsträger gemacht. Pünktlich zu dessen Rückkehr meldete sich dann sein Vertreter wider Willen, Hanno Balitsch, zur OP ab und der rote Anhang wird langsam hysterisch, wenn vermeldet wird, dass Vahid Hashemian mit dick verpacktem Knie das Training abbrechen musste, respektive die hoffnungsvollsten Rekonvaleszenten Schröter und Christiansen mit einem Mal wieder das Lazarett auffüllen und die bei Silvio diagnostizierte "Entzündung in der Wade" plötzlich zum Ermüdungsbruch mutiert.
Doch Pech hin oder her: Ewald Lienen dürfte der Wind schon kräftig ins Gesicht blasen, wenn am Samstag der allseits avisierte Dreier gegen die Frankfurter Eintracht nicht gelingt.
Ungemach droht auch dem neuen starken Mann, Ilja Kaenzig, mit seinem "Sahnehäubchen" Ricardo Sousa, da jetzt herauskam, dass der Schweizer dem Portugiesen im Juli ein zusätzliches Handgeld über 400.000 Euro überweisen musste – es war vertraglich von Kaenzig abgesegnet, womit der Transfer des Kurzarbeiters (fünf BL-Einsätze, keiner über neunzig Minuten, eine Gelbe Karte) inclusive Beraterkosten inzwischen etwa auf 1,5 Millionen Euro taxiert werden kann.
Spannend auch die Königskrönung: so einfach geht das in Hannover natürlich nicht, und so muss von Fromberg noch in der Warteschleife hängen, bis er endlich zum Triumvirat gehören darf. Da er sein Notariat nicht abzugeben gedenkt, könnte das Oberlandesgericht Celle dem Götz und Hannover 96 einen Strich durch die Rechnung machen. Doch die Roten, sturmverwachsen, aber selten erdfest, basteln schon an Alternativkonstrukten, Titel wie "Generalbevollmächtigter" machen hinter halb vorgehaltener Hand die Runde.
Und, man glaubt es ja kaum: Mo´s back! Idrissou ist zurück, das Knie hält der Belastung stand, dafür nicht seine Haushaltskasse denen seines aufwändigen Lebensstils, der wieder einmal durch die Gazetten gezerrt wird ("Unterhaltszahlungen, drei BMWs" etc. pp), kurzum: Mo fängt da an, wo er vor seinem Abgang nach Frankreich aufgehört hat: er bittet beim Präsidium um einen Kredit und der Boulevard reibt sich die Hände. Immerhin verspricht er parallel dazu, dass bei ihm jetzt alles anders werden soll. Man darf gespannt sein, auf Idrissous Neuigkeiten und die, die der HSV von 1896 in Zukunft produzieren wird. Eins ist sicher: der Gesprächsstoff bei den Roten wird wohl nie ausgehen.
An dieser Stelle wird es ab sofort auch etwas anders, der getreue Leser bleibe dieser Seite aber weiterhin gewogen, da sicherlich in Zukunft die eine oder andere neu Idee auf dieser Homepage entstehen wird. Die Besucher des Spiels am Samstag mögen gesund nach Hause kommen - die Frankfurter fühlen sich in Hannover ja immer zu besonderen Taten animiert, da kann man ja selbst als Knirps im Familienblock nicht sicher sein, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Außerdem drückt ROB die Daumen, dass Ihr auch im Stadion irgendwie zu Bier und Wurst kommt – bei der angekündigten Happy Hour liegt der Verdacht eines erneuten Systemabsturzes ja nicht so fern.
Ach, und noch was: die Leute, die nächstes Wochenende nach München fahren und wählen wollen, sollten sich um Briefwahlunterlagen kümmern. Ja, ja, auch beim letzten Mal wird noch an alles gedacht!
Jetzt aber zum endgültigen Abschluss selbstredend, wie schon 95mal zuvor:
Rote Grüße
ROB