Wir hatten sie da, wo wir sie haben wollten.
(Robert Enke nach dem Spiel in Stuttgart)
Vergangene Woche wurde an dieser Stelle die Kampagne „1:0 reicht!“ ins Leben gerufen. Es ging schließlich um die enervierende Tatsache, dass seit dem 17. Spieltag in fünfzehn Bundesligaspielen von Hannover 96 achtmal das Ergebnis derart lautete davon aber lediglich zweimal zu Gunsten der Roten. Man hätte sich also denken können, wie das gemeint war. Doch unsere Profis zeigten sich hartherzig bis pedantisch. Natürlich hätte man auch „0:1 reicht!“ sagen können, um das Begehren der 96-Fans deutlicher zum Ausdruck zu bringen - aber dann hätten sie wohl ebenfalls 1:0 verloren. Wie man´s formuliert, kann man´s unseren Diven wohl nicht Recht machen womit über die gesamte Saison nun ein Herbergersches Verhältnis von 3:8 in punkto 1:0-Endergebnisse zu Buche steht. ROB aber weigert sich standhaft, die Kampagne umzubenennen etwa in „1:0 reicht, d.h. im Sinne von „wir haben genug davon“, „nie mehr“ etc., aber natürlich nur, wenn es 1:0 gegen 96 ausgeht, also eigentlich 0:1, was wiederum nicht heißen soll, dass es auswärts nicht...“ weil die Saison wahrscheinlich sowieso schon zu Ende wäre, bis die genaue Aussage wasserdicht formuliert ist.
In der Tat hatte Robert Enke mit seiner Einschätzung Recht. Auch Ewald Lienen analysierte völlig korrekt: „Die wollten gar nicht mehr spielen, sondern haben nur noch mit langen Bällen operiert“. Hannover 96 hatte alle Möglichkeiten, zumindest einen Punkt aus Stuttgart mitzunehmen. Aber Spieler wie Trainer ließen sie verstreichen. Vor dem gegnerischen Tor präsentierte sich die Mannschaft erneut erschreckend harmlos Defensive wie Mertesacker, Zuraw (jeweils per Kopfball) und Lala (mit Distanzschuss) sorgten für die größte Gefahr. Die greifbare Verunsicherung beim VfB und das hörbare Missfallen des Publikums hätten die Roten zu einem Treffer ausnutzen müssen, dann wäre mindestens ein Punkt drin gewesen.
Gegen die ideenlose Hauruck-Schlussoffensive der Stuttgarter zeigten sich die Unseren obendrein zu brav eine Bilanz wie etwa die von Stajner mit nur 29% gewonnenen Zweikämpfen ist dabei gleichfalls bedeutsam wie indiskutabel. Dass sich der Tscheche noch eine Gelbe Karte wegen Meckerei abholte, rundete sein erneut schwaches Gesamtbild nur ab. Ewald Lienen hätte ihn in der Schlussphase, als ein Treffer der Gastgeber schon in der Luft lag, ruhig auswechseln können. Oder eben irgendeinen anderen, denn einen Spieler durfte er noch tauschen da nimmt man als ausgebuffter Trainer schon mal eine Auswechslung vor, um den Druck des Gegners kurzfristig zu unterbrechen. Aber Lienen hatte offensichtlich nicht mitgezählt.
So nahm das Schicksal seinen Lauf und man durfte sich natürlich ärgern darüber, sogar gewaltig, aber beschweren konnten wir uns nicht schließlich ist hinlänglich bekannt, dass der VfB zwei, drei Spieler besitzt, die auch an einem schlechten Tag den Ausschlag geben können. Und einen Fehler in der gegnerischen Hintermannschaft gnadenlos bestrafen.
So geht das Elend weiter: seit drei Spielen gegen den VfB kein Tor erzielt, zwei kassiert, daraus resultierend ein Punkt für 96 der einzige gegen die Schwaben seit dem Wiederaufstieg. Die letzten neun Bundesligaspiele beim VfB alle verloren (Torverhältnis 6:29). Mit jetzt zehn Pleiten die meisten Niederlagen der Rückrunde 2004/05. In 14 von 32 Partien ohne eigenen Torerfolg (neunmal in der Rückrunde). Wird Zeit, dass die Saison vorbei ist…
Nun ist es also doch offiziell Vahid Hashemian vom FC Bayern München spielt ab der kommenden Saison für Hannover 96. Er dürfte damit nach „Heimkehrer“ Frank Hartmann (1986) überhaupt erst der zweite Bayern-Spieler sein, der direkt vom Rekordmeister zu den Roten wechselt. Diese Tatsache allein wird wahrscheinlich von den 96-Verantwortlichen in nächster Zeit des öfteren rausposaunt werden doch es bleibt festzuhalten, dass der FC Bayern ja gehörig mitgearbeitet hat an diesem Transfer. Schließlich musste der Rekordmeister ja einen Nicht-EU-Ausländer zur nächsten Saison loswerden, da mit dem Iraner Karimi bereits ein neuer Landsmann Hashemians ab der kommenden Saison an die Isar verpflichtet wurde.
Dafür blätterten Rummenigge&Co dem Stürmer wohl auch die geforderte Abfindung in Höhe von ca. einer Million Euro hin, wodurch nebenbei auch 96 die Ablöse weitaus erträglicher gemacht wurde. So viel zum Thema Begeisterung Hashemians über seinen neuen Verein aber das muss nichts heißen in der heutigen vollprofessionellen Fußballwelt. Bei den Bayern scheiterte der Iraner jedenfalls grandios, nachdem sein Transfer als Top-Torjäger des VfL Bochum in der vergangenen Sommerpause für Aufsehen und Stirnrunzeln gleichermaßen sorgte: was wollten die Bayern denn mit dem? Ihn der Konkurrenz wieder mal wegkaufen? Vielleicht: jedenfalls kam der Perser in dieser Spielzeit bis heute nur zu neun Einsätzen bei einem Kicker-Notenschnitt von 4,75 (was zum Vergleich zwischen Paunovic´ und Stefuljs Note liegt - und erzielte dabei nicht einen Treffer.
Aber auch das muss nichts heißen natürlich haben die Bayern schon so manchen Spieler kaputt gemacht und dann weiter gegeben. In Hannover könnte er aber die Lücke des wuchtigen Stürmers schließen, die schon seit eigentlich vielen Jahren besteht. Die sich an seine Verpflichtung anschließende Meldung, er würde in der kommenden Saison mit seinem alten Bochumer Kameraden Christiansen bei 96 den Sturm bilden, darf man aber wohl getrost ins Reich der Fabel verweisen. Ewald Lienen lässt ja nur höchst ungern mit zwei Spitzen spielen, sondern eben meist mit einer in vorderster Zentrale und zwei nachrückenden Außen. Da die Mittelstürmerposition für Hashemian geblockt sein dürfte, könnte das gar das endgültige Aus für den TORero bedeuten was Lienen wiederum wohl gut passen würde, hat er doch offensichtlich seit längerem ein nicht hundertprozentig nachvollziehbares Problem mit dem Spanier.
Anders als in München wäre der Angriff bei den Roten also sehr auf den neuen Mann zugeschnitten, was ja schon im Fall Bobic ganz gut geklappt hat. Besonders auf seine beinahe legendären Kopfballfähigkeiten darf man gespannt sein: in Bochum wurde Hashemian „der Hubschrauber“ genannt in Bezug nicht nur auf dessen Sprungkraft, als auch auf seine Fähigkeit, in der Luft förmlich stehen zu bleiben. Gut, solche Mythen bilden sich im Fußball schnell, und nach dem Newtonschen Gravitätsgesetz, das auch für Hashemian gilt, dürfte der kräftige Iraner eigentlich schneller wieder am Boden sein als manch anderer aber seine Zeit in Bochum dürfte dann zumindest bewiesen haben, dass er eins auf jeden Fall besitzt: ein exzellentes Timing. Ewald Lienen darf aber ruhig weiter glauben, dass der Nationalspieler so gut in der Luft steht, weil seine Körperfettwerte einfach hervorragend sind.
Obendrein als Sportsmann erschien Hashemian in Bochum, nachdem ihm sein eigener Mitspieler Oliseh das Nasenbein mit einem Kopfstoß brach. Er sprach sich sogar für eine Rückkehr des Nigerianers aus, dem von Vereinsseite dann trotzdem der Laufpass gegeben wurde. Zwei Fragen knüpfen sich allerdings auch an diesen Fall: zum einen soll Oliseh sich über den Perser wegen mangelnder Einsatzbereitschaft aufgeregt haben, zum anderen ist nicht geklärt, was er im Kabinengang dem Afrikaner entgegnet hat, dass die Situation derart eskalierte.
Doch soll hier nicht herumspekuliert werden: Hashemian wird der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte und ab kommender Saison der Top-Verdiener bei 96. Zwei Tatsachen, die im Moment noch auf Jiri Stajner zutreffen. Sollte es also daran liegen, dass der Tscheche mit der großen Bürde nicht umzugehen vermag, dann wäre der Hashemian-Transfer auch in dieser Hinsicht eventuell ein echter Coup. Darauf bauen sollte man allerdings nicht zumindest, dass Stajni nächste Saison durchstartet…
Arme 96 Fans! Vor jedem Spiel der Rückrunde muss gehofft werden, sich nicht schon wieder zu blamieren.
Also, vielleicht war das ganze ja auch nur gut gemeint, also das mit Christiansen. Dass er und Hashemian nächste Saison bei uns den Sturm bilden. So unter Kumpels davon muss man zumindest ausgehen, wenn man diese Nachricht auf der Homepage des Iraners www.hashemian.net liest. Auf solchen persönlichen Internetseiten kann man ja fröhlich verbreiten, was man gern hätte. Was der 96-Fan aber auf der Startseite dieser Page zu sehen bekommt, hat er gar nicht so gern: Hashemian im Trikot der Bayern, wie er gerade abklatscht mit Owen „Haarmann“ Hargreaves!
Schnell verlassen wir über den Button „German“ das Terrain und landen ach was auf der deutschen News-Seite von Vahid Hashemian, wo uns schon ein „Vahid Hashemian wird in der kommenden Saison für Hannover 96 spielen!!“ begrüßt. Jawohl, mit zwei Ausrufezeichen!! Doch bei aller Euphorie: er wird einen Vertrag „mit den roten (sic!)“ unterschreiben, passt natürlich nicht. Und die Meldung, dass Landsmann Azizi nicht mehr unter dem Nationaltrainer Irans mit dem Namen „Ivanovic(sic!)“ spielen wolle, auch nicht. Hier gilt es für Hashemian, noch Ahnenforschung zu betreiben, dann wird er auch herausfinden, dass sein aktueller Auswahltrainer eigentlich Ivankovic heißt und schon mal die groß geschriebenen - Roten trainiert hat.
Aber das sind natürlich bloß Kleinigkeiten. Ansonsten bietet die Homepage weitere Informationen zum Fußball in Iran und beschäftigt sich nicht nur mit ihrem Protagonisten. Reizvoll ist dabei der Ausflug, der sich dem Benutzer über den Button „Persian“ eröffnet den meisten wird es da nicht viel nutzen zu wissen, dass Persisch von rechts nach links gelesen wird. Aber ROB, der unermüdliche Rechercheur im Dienste seiner treuen Gefolgschaft, hat keine Mühen gescheut, um herauszufinden, wie Hannover 96 auf Persisch geschrieben wird nämlich so: هانوفر به (sollte da jetzt nichts stehen, und auf der Startseite auch nicht, hat es leider mit der Transkription nicht hingehauen…). Es ist allerdings eine reine Vermutung, die durch den Vergleich mit der deutschen Seite kaum an Glaubwürdigkeit gewonnen hat.
Die Verpflichtung Hashemians dürfte uns jedenfalls mindestens 64 530 000 neue Anhänger bescheren spätestens seit dem Länderspiel der deutschen Nationalelf in Teheran weiß man ja, wie fußballbegeistert die Perser sind. Dazu kommen die zahlreichen, im Ausland lebenden Menschen iranischer Herkunft - das ganze wird 96 also auch ein internationaleres Flair bescheren. Möglicherweise auch ein exotischeres mit Vergnügen denkt jedenfalls ROB noch an den „Nabil-Maaloul-Fanclub“, der sich damals beim Zweitligaspiel der Roten bei Blau-Weiß 90 Berlin in unserem Fan-Block platzierte und mit interessanten Blas- und Quetschinstrumenten dem trüben November-Kick vor 2206 Zuschauern in der gähnenden Leere des Olympiastadions einen Hauch von Lebensfreude verlieh, so wie es der Tunesier ein feiner Techniker zumeist auch auf dem Platz tat, einsam seine Pirouetten drehend.
Seit dieser Woche ist auch unser Manager online. Unter www.ilja-kaenzig.com wird der 96-Fan allerdings enttäuscht: lediglich unter den Links wird Hannover 96 erwähnt, ebenso wie seine Ex-Wirkungsstätten Leverkusen und Zürich. Gut, aber die Seite heißt ja auch ilja-kaenzig.com, also geht es eben auch um Ilja Kaenzig. Doch was hat der Schweizer Interessantes zu berichten? Die „Vita“ ist jedenfalls schnell gelesen: Zivilstand ledig, Wirtschaftsmatura an der Kantonsschule Sursee, BWL-Studium u.a. an der Fernuniversität Hagen. Auch die abschließende Erwähnung, dass er „Bedienung und Nutzung gängiger Anwenderprogramme (Word, Excel, Access)“ ebenso beherrsche wie das „Erstellen von Datenbanken und Tabellen“ klingt eher nach dem Lebenslauf einer gerade so durchschnittlich qualifizierten Sekretärin als nach dem eines Managers von einem Bundesligaclub.
„Inside Football“ bietet daher erwartungsgemäß gar nichts „zurzeit keine Neuigkeiten gespeichert“ steht da in der Leere des Raums. Interessant wird es dann aber doch noch bei „Publikationen“: unter diesem Punkt sind 89 Veröffentlichungen verzeichnet, die man zum Teil auch nachlesen kann. Die ersten stammen aus dem Jahr 1998, aus diesem Jahr gibt es nur noch eine besser so, er soll sich ja auch mit den Roten beschäftigen. Die meisten Publikationen standen in der „Neuen Zürcher Zeitung“ und haben wirklich interessante Hintergrundinformationen zum größten Teil zum Fußball im Ostblock. Für echte Fans gibt es Wissenswertes über „Berufsschiedsrichter im russischen Fußball“ oder über den rumänischen Club Otelul Galati, der mit Hilfe eines „indischen Stahlbarons“ die Übermacht der Bukarester Vereine durchbrechen soll/will/muss.
Am 15.09.2004 ist ein Artikel verzeichnet, der unter der Überschrift „Klub aus der Retorte“ sich nein, nicht mit Bayer Leverkusen, sondern mit dem tschetschenischen Verein Terek Grozny beschäftigt. Anlass ist das bevorstehende Duell mit dem Schweizer Team des FC Basel im Europapokal. Auch dieser Beitrag bringt interessante Neuigkeiten, wirkt allerdings doch wie ein journalistischer Artikel zum Thema „Sport aktuell“. Womit sich die Frage stellt, welche der 89 Publikationen eigentlich von Ilja Kaenzig stammen. Dass er der Autor ist, wird nämlich nirgendwo erwähnt. Sicher, Beiträge über die Vermarktungsmöglichkeiten des Fußballs in Asien und ähnliche andere sind wohl aus der Feder unseres „Machers“ man wundert sich nur, wo bei allem Hintergrundwissen denn die Aktivitäten bleiben. Das Ende der Sparwelle vor deren wirklichem Beginn ist ja offensichtlich nicht auf Kaenzigs, sondern wieder mal auf dem Mist unseres Präsidenten und seiner Spezis gewachsen…
Unappetitlich wie unklar geht es bei www.giga.de zu zwei Artikel der Seite zum Thema Hannover 96 postete in den letzten Wochen „Redman“ bei das-fanmagazin.de. Auf der entsprechenden Seite konnte ROB zwar nichts finden, das muss aber nicht verwundern, ist er doch ein Internet-Analphabet. Auffällig jedenfalls ist, dass aus beiden Beiträgen ein derartiger Anti-96-Ton klingt, dass man vermuten muss, die Seite wird etwa 65km östlich von Hannover betrieben. Da werden den Roten null Punkte aus den letzten drei Begegnungen prophezeit, ständig ist von Zweitliga-Niveau die Rede, dass man doch besser die Amateure spielen lassen sollte (die Bergedorf ja immerhin 3:0 geschlagen hätten). Gut, an dieser Stelle wird ja auch gerne mal geketzt, aber man merkt doch wohl, dass hier jemand schreibt, dessen Herz an 96 hängt.
Ganz anders giga.de, etwa über die „Null Nummer Hannover“(sic!): (Dennis) Was ist schlimmer, als zu verlieren? Richtig- Wenn man zu null verliert. Was ist das langweiligste Ergebnis? Richtig- 0:1. Hannover 96 erfüllt zur Zeit alle Kriterien der langweiligsten Mannschaft Deutschlands. Nur dem Hinrundenwunder (sic!) kann verdankt werden, dass die Niedersachsen noch nicht abgestiegen sind“. Da stellt man sich schon vor, dass „Dennis“ im Jägermeister-Trikot vorm Rechner sitzt. Beim ersten Hetz-Artikel schon mutmaßte „Redman“: „Ich glaube giga.de hat ein Problem mit 96“ was noch vornehm ausgedrückt ist.
„Für die letzten beiden Spieltage steht also genau so viel auf dem Spiel, wie bei einem Wettrennen im Kindergarten“ wird da gehöhnt, und als Gründe für die Krise vielleicht „Feinstaubbelastung oder Mondgravitation“ genannt. Der offensichtliche Spaß am Niedermachen der Roten führt sogar dazu, sich in idiotische Prognosen zu verrennen: „Die Karten für das nächste Spiel in der AWD Arena sollten deswegen auch zu entsprechenden Preisen von 3,50 Euro verkauft werden, falls das Management auf Zuschauer im letzten Heimspiel der Saison hofft“. So blöd kann man als Sportjournalist doch nicht sein: Hannover 96 gegen Hamburger SV, nicht ausverkauft? Man will ja gar nicht verlangen, dass man in diesem Metier von Fan-Freundschaften weiß, wodurch das Stadion sowieso ausverkauft wäre, selbst wenn beide Teams auf den Plätzen 17 und 18 rangierten. Doch der offensichtliche Wunsch, Hannover 96 auf jede erdenkliche Weise in die Scheiße zu ziehen, vernebelt hier den Blick vornehm ausgedrückt: „Aufgrund der Tatsache, dass aber die äußerst starken Hamburger zu Besuch sein werden, dürfte auf ein derbes Spiel gehofft werden, bei dem 96 alles geben muss, um nicht unter zu gehen“.
„Äußerst stark“ ist der Hamburger SV sicher nicht im Moment, aber man kann natürlich auch gegen ihn verlieren. „Untergehen“ muss und wird aber niemand. Sicher gibt es auch Stänkerer bei uns im Stadion, die, mit 96-Schal um den Hals, ähnliches Zeug dahermeckern. Aber bei giga.de scheint es irgendwie etwas mehr zu sein auch wenn an einer Stelle von „Giga Hannover“ die Rede ist und sogar das Wort „schade“ zur Situation bei Hannover 96 gebraucht wird. Die Schreibe aber ist generell schlicht und ergreifend „anti“. So sei dem „Redman“ das beinahe letzte Wort zu dem Thema überlassen: „Was für ein böser Artikel diese Spinner“, lautet sein Kommentar zum zweiten „giga“-Beitrag und das ist ebenso wie immer noch viel zu vornehm ausgedrückt…
Seit einigen Wochen ist die Fair-Play-Wertung in und um Hannover in aller Munde. Die Statistik der Gelben Karten erfreut sich auf ein Mal großen Interesses, und zwar nicht nur die eigene, sondern auch die des hartnäckigsten Konkurrenten aus Bielefeld. Der Vorsprung von drei Punkten auf die Ostwestfalen konnte bis jetzt jedenfalls gehalten werden, auch wenn Jiri Stajner uns zuletzt einen Minuspunkt wegen Meckerns in Stuttgart einhandelte.
Leider gibt es über die Wertung nur ganz wenige Erkenntnisse selbst auf der DFB-Homepage bekommt man keine aktuelle Tabelle. So ist eben nur unser erster Rang für etwas muss die oft zu lasche Einstellung in der Rückrunde ja wenigstens gut sein und der Vorsprung auf Bielefeld bekannt. Es sieht also vage, aber ganz gut aus. Sollte Deutschland in der UEFA-Rangliste über dem Koeffizienten von 8 Punkten bleiben (im Moment liegt er bei 8.024, Stand 31.03.05), dann nimmt der Bestplatzierte hinter den Qualifikanten für Europa an der Auslosung teil.
Derzeit sind sieben Nationen über diesem Wert, der Tabellenführer am Ende (31.05.05) im Moment Norwegen darf einen Kandidaten direkt entsenden, unter den restlichen werden zwei weitere Plätze verlost. Die Chance wäre also gar nicht so schlecht letzte Saison hatte es der SC Freiburg nämlich mit der doppelten Anzahl Konkurrenten zu tun. Mit Deutschland sind augenblicklich noch Dänemark, England, Estland, Frankreich und Schweden im Rennen aktuell wären das also die Clubs Aalborg BK, FC Middlesbrough, Levadia Tallinn, AJ Auxerre, IFK Göteborg und Hannover 96.
Dies gilt allerdings nur, wenn diese Teams nicht schon für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert sind oder sich noch qualifizieren, wie etwa im Fall AJ Auxerre, die sich gerade für das Endspiel im französischen Vereinspokal qualifiziert haben. Dann rückt die in der Tabelle folgende Mannschaft nach in Frankreich wäre das z.B. AS St. Etienne. Das sind natürlich klangvolle Namen, aber gegen die wird ja leider nicht gespielt, sondern bloß gelost. Und es wird wahrscheinlich schon schwer genug, Ort und Termin dieser Auslosung herauszufinden obwohl man mit der Übertragung auf Leinwand sicherlich das halbe Stadion in Hannover voll bekäme.
Dann geht es um Alles oder Nichts, hopp oder top immer noch besser aber, als etwa der Fair-Play-Preis der FIFA anlässlich des olympischen Frauenfußball-Turniers in Athen: die fairste Mannschaft erhielt damals „eine Trophäe, Medaillen und einen Warengutschein im Wert von 10.000 US-Dollar, der für Sportartikel für die Jugendarbeit des Verbandes eingesetzt werden kann“.
Der Anhang der Roten aber ist heiß auf europäischen Ruhm, wie auch immer oder gar nichts. Und freut sich schon, wenn nach der gelungenen Qualifikation die Abqualifizierer von giga.de sich vor Wut auf die Hose kotzen.
Wir müssen beide Spiele gewinnen und abwarten, was die anderen machen.
(Ewald Lienen, immer noch an den UI-Cup glaubend)
Tja, viel gibt es ja nicht mehr zu sagen über die 96-Perspektiven für diese Spielzeit. Wünschen wir uns einen anständigen Heim-Abschied mit einer engagierteren und ruhig auch mal offensiveren Einstellung unserer Helden. Schließlich geht es, ehrlich gesagt, ja um nichts mehr - außer, keine Karten mehr zu kassieren.
Rote Grüße
ROB
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